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SAT-Empfang: analog geht gar nicht

Mittwoch, 04. Juni 2008, 02:48 Uhr
Kategorie: Blog » Sonstiges
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Wie man hier bereits erfahren durfte, mache ich gerade den Umstieg vom Fernseh-“Vergnügen” des letzten Jahrtausends (Röhren-Fernseher) zum High Definition “Heimkino” durch. Dabei gibt es ein paar Dinge zu beachten, die ich jetzt so langsam durch das Beschäftigen mit der Materie lerne. Ein ganz wichtiger Grundsatz, den man beachten sollte, wenn man in den Genuss der digitalen Bilder kommen möchte: man darf die “digitale Kette” nicht unterbrechen.

Ob das nun der DVD-Player ist, der nach Möglichkeit sein Bild digital an den Fernseher weitergibt (z.B. über HDMI) oder eben auch der digitale Satelliten-Receiver. Anschluss über ein SCART-Kabel oder den S-VIDEO-Anschluss kommt hier eigentlich nicht in Frage, da man sich damit die eventuell empfangenen HD-Ausstrahlungen künstlich “runterrechnet” und der LCD-Fernseher muss es wieder “hochrechnen” auf seine native Auflösung.

Bisher hab' ich mich noch nie wirklich mit “Fernsehtechnik” und speziell dem Satelliten-Empfang beschäftigt. Dafür war mein Fernsehkonsum immer zu gering — das Astra-Programm war halt da, und fertig. Die Sache wurde nun aber doch irgendwie ein Thema, vor allem da die hier im Haus installierte Anlage seit etwa 1993 ihren Dienst verrichtet und dementsprechend schon zum “alten Schlag” gehört — und natürlich auch noch analog ist. Und wie eben ja schon angesprochen wollen wir nach Möglichkeit keine analoge Quelle mehr an unserem neuen LCD nutzen. Eine Modernisierung der bestehenden Satelliten-Empfangsanlage steht also an. Das war zwar schon lange geplant, aber der erwähnte geringe Fernsehkonsum ließ das Thema immer wieder auf der “To-Do”-Liste nach unten rutschen.

Hinzu kommt, das an der Satelliten-Schüssel insgesamt vier Receiver betrieben werden. Natürlich alles analog und von früher (aber schon in Farbe). Und irgendwie hatte ich die ganze Zeit im Hinterkopf, dass nach der Umrüstung auf digitalen Empfang die analogen Receiver nicht mehr genutzt werden können — also das ganze Haus auf einen Schlag in die digitale Welt überführt werden muss.

Nach etwas Recherche konnte ich dieses Gerücht aber zum Glück zu den Akten legen. Ein Mischbetrieb ist ohne Probleme möglich. Warum das so ist, war mir nach dem Lesen von ein paar technischen Erklärungen dann auch schnell klar: ob man analoges oder digitales Fernseh-Programm empfängt hängt nämlich zuerstmal gar nicht von der Satelliten-Anlage ab sondern vom Receiver selbst. Wenn dieser nur das analoge Signal auf den für die analogen Sender reservierten Frequenzen analog auswertet hat man Fernsehn “von gestern”. Ist es aber ein digitaler Receiver, kann man digitales Fernsehn genießen (diese Aussage bezieht sich natürlich nicht auf den Inhalt der empfangenen Programme). Warum muss man also umrüsten? Theoretisch (und auch praktisch) ist es möglich, einen Digital-Receiver (DVB-S Receiver) an einer alten Satelliten-Anlage zu betreiben. Es gibt aber meines Wissens nach kaum digitale Programme auf den analogen Frequenzen. Und genau da liegt der Grund für die Umrüstung: die Frequenzen. Während das “alte” Satelliten-Fernsehn zwischen horionzontaler und vertikaler Polarisations-Ebene unterschied kamen mit Einführung des “digitalen Fernsehns” noch Frequenzbereiche oberhalb der 11,7 GHz — das so genannte Highband — hinzu. Für den Empfang von allen digitalen Sendern muss also nun zwischen vier Schaltmöglichkeiten unterschieden werden: vertical low, horizontal low, vertical high und horizontal high. Und dafür ist eine Umrüstung der vorhandenen Anlage mit einem neuen LNB (das Ding, das vorne vor der Schüssel im “Brennpunkt” sitzt) ausgerüstet werden.

Da es hier aber vier Geräte zu versorgen gibt, muss noch mehr getauscht werden. Insgesamt sieht meine Liste der benötigten Komponenten so aus:

  • zwei weitere Koaxial-Kabel die zur Antenne aufs Dach müssen
  • Austausch des LNBs an der Antenne gegen einen Quattro LNB
  • Austausch des Umschaltrelais gegen einen 5/4 Multiswitch

Statt zwei Kabeln werden also in Zukunft vier Kabel von der Antenne durch das Befestigungsrohr auf den Speicher führen. Dort werden diese an die entsprechenden Multiswitch-Eingänge (ein kleiner, “aktiver” Verteiler der die vier Eingangssignale auf die Koaxialkabel, die zu den Receivern führen, verteilt) angeschlossen. Die vier Ausgänge werden dann mit den schon vorhandenen Kabeln, an denen die Receiver jetzt schon hängen, verbunden. Dadurch, dass die alten Analog-Frequenzen ebenfalls noch empfangen werden, wird nach dieser Umrüstung, für die leider aufs Dach geklettert, gebohrt und geschraubt werden muss, wird der Analog-Empfang wie bisher funktionieren. Und nachdem ich mich dann noch für einen DVB-S/DVB-S2-Receiver mit HDMI-Ausgang entschieden habe, wird dieser dann die letzte “analoge Lücke” für das neue Heimkino schließen.

Aber noch ist das alles nur geplant und vorerst werde ich sicher noch mit dem analogen Empfang auskommen. Wenigstens auf dem Papier habe ich schonmal eine Idee, was getan werden muss — und im Nachhinein scheint die ganze Sache auch gar nicht mehr so kompliziert. Ein bißchen Arbeit, ja… aber da es gerüchteweise die analogen Programme auf Astra nur noch bis 2010 geben soll, wird es so oder so bald Zeit für den Umstieg.

»Der Pirat des Wissens ist ein guter Pirat.« — Michel Serres