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- Jabber - die freie Alternative
Instant Messaging ist eine tolle Sache – doch wer dem eigenen Kommunikationsbedürfnis nachkommen möchte steht vor der Qual der Wahl. Viele verschiedene Anbieter und Betreiber von Instant Messaging Netzen buhlen um die Gunst des Nutzers. Zu den berühmtesten und größten dieser Netzwerke zählen sicher ICQ, MSN Messenger oder Yahoo! Messenger. Und alle diese Netze haben eine Gemeinsamkeit: sie werden von großen amerikanischen (Medien)Konzernen betrieben und es es sind in sich geschlossene Netze die eine Kommunikation mit Nutzern anderer Netze unmöglich machen. MSN-Nutzer können sich nur mit MSN-Nutzern unterhalten und ICQ-Nutzer bleiben in “ihrer Welt” des ICQ-Netzes.
Durch die Verschleierung der Funktionsweise der eingesetzten Protokolle und deren regelmäßige Änderungen werden Nutzer gezwungen, Softwareupdates mitzumachen und Nutzer alternativer Software kämpfen andauernd mit Problemen.
Das Jabber-Netzwerk unterscheidet sich in vielen Punkten von den kommerziellen Netzen. Zum einen ist das Jabber-Protokoll offen und frei einsehbar für jeden. Das Protokoll wurde sogar von der IETF zum Internet-Standard für Instant Messaging erklärt. Damit ist Jabber in etwa das, was SMTP für den E-Mail-Versand ist. Und tatsächlich gibt es zwischen diesen beiden Protokollen einige Ähnlichkeiten. Diese Offenheit des Protokolls und die Standardisierung ermöglicht es nun Softwareentwicklern, Client-Programme zu entwickeln, die ohne Einschränkungen mit dem Jabber-Netz kommunizieren können. Zudem kann jeder theoretisch seinen eigenen Jabber-Server und sein eigenes Jabber-Netz betreiben – z.B. zur Kommunikation innerhalb eines Firmen-LANs usw.
Damit ist ein weiterer wichtiger Punkt schon klar – das Jabber-Netz »gehört« niemandem. Es besteht, ähnlich dem E-Mail-System, aus einer Vielzahl von Servern, die, sofern sie ans Internet angeschlossen sind, miteinander kommunizieren können um so die Kommunikation zwischen den einzelenen Nutzern zu gewährleisten. Kommt es zu einer Störung oder zu einem Ausfall eines Servers bzw. eines Betreibers dann ist nur ein relativ kleiner Teil der Nutzer betroffen – es gibt aber keinen Totalausfall des gesamten Netzes. Durch diesen dezentralen Ansatz ist das Jabber-Netz wesentlich stabiler als andere Instant Messaging Netze.
Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit, die Kommunikation vom Client zum Server sowie die Kommunikation der Nutzer untereinander zu verschlüsseln was das Jabber-Netz zudem auch noch sicher macht.
Und ein letzter, wichtiger Punkt gerade für Umsteiger aus anderen Netzen ist die Verfügbarkeit von sog. Transports die oft auf Jabber-Servern installiert sind. Diese Transports ermöglichen die transparente Kommunikation in andere Netze wie z.B. dem ICQ-Netz. Somit können Jabber-Nutzer weiterhin ihre alten ICQ-Kontakte in die Kontaktliste aufnehmen – bis diese auch von Jabber überzeugt sind versteht sich. *g*
Damit man am Jabber-Netz teilnehmen kann braucht man erstmal einen jabberfähigen Client. Wer schon ein Programm wie Gaim, Miranda, iChat oder Trillian Pro einsetzt hat schon alles, was man braucht. Ansonsten findet sich auf www.jabber.org/software/clients.shtml eine große Liste mit Jabber-Software für alle möglichen Betriebssysteme. Auch für PDAs und Handys ist hier gesorgt.
Neben sog. Multiprotokoll-Clients gibt es auch reine Jabber-Clients die nur mit dem Jabber-Netz kommunizieren können — wer noch Kontakte aus anderen Netzen hat muß dann zur Kommunikation auf die Server—Transports zurückgreifen. Ein sehr guter solcher Client ist »Psi«, den es für die wichtigsten Betriebssysteme gibt und den Vorteil bietet, die Kommunikation über die vielleicht schon vom E-Mail-Verkehr vorhandene GnuPG/GPG-Infrastruktur zu verschlüsseln.
Was man nun noch braucht ist eine Jabber-ID, kurz JID. Ähnlich der »ICQ-Nummer« ist man unter dieser JID im Jabber-Netz erreichbar. Eine Jabber-ID ist so aufgebaut wie eine E-Mail-Adresse. Meine JID lautet andreas@byteorder.org. In diesem Fall sogar identisch mit meiner E-Mai-Adresse – praktisch, oder? Hinter meiner JID verbirgt sich die Information, dass ich der Nutzer »andreas« auf dem Jabber-Server »byteorder.org« bin.
Eine eigene Jabber-ID bekommt man, indem man sich (über seinen Jabber-Client) an einem Jabber-Server anmeldet. Große dt. Jabber-Server sind z.B. jabber.ccc.de oder amessage.de. Eine Übersicht über frei nutzbare Server gibt es hier: https://www.xmpp.net/servers .
Registrierung an einem Server wird wie schon erwähnt über den Client selber erledigt. Dazu wählt man eine JID und ein Passwort. Die JID setzt sich aus dem gewünschten Namen und dem Server, auf dem man sich registrieren möchte, getrennt durch das @-Zeichen, zusammen. meinwunschname@jabber.ccc.de wäre z.B. eine JID. Ist die Registrierung nicht möglich, dann gibt es den gewünschten Namen auf diesem Server vielleicht schon.
Hat man sich erfolgreich registriert und der Client ist mit dem Server verbunden muß man nur noch Freunde und Bekannte zur Kontaktliste hinzufügen und los gehts. Wer Fragen zu diesem Artikel oder zu Jabber hat darf diese gerne stellen. Meine JabberID: andreas@byteorder.org.
Viel Spass im einzig wahren Instant Messaging Netz!
»Hacken ist, wenn man das Wasser für das Fertigkartoffelpüree mit der Kaffeemaschine erhitzen kann.« — Wau Holland